Donnerstag, 5. April 2012

Meilensteine auf dem Weg einer Designer-Ikone

Designer gibt es in der bunten, facettenreichen und oft als extravagant geltenden Welt der Modedesigner nahezu wie Sand am Meer. Doch mit Nichten schafft es jeder, ganz gleich ob mit mehr oder weniger Talent ausgestattet die Herzen der Fashion-Victims des Globus zu erobern. Harte Arbeit, Fleiß und der unbedingte Wille zum Erfolg reichen alleine nicht zwangsläufig aus. Ein wenig Glück und einflussreiche Fürsprecher sind in aller Regel die noch viel wichtigeren Schlüssel zum Erfolg.

Einer der es geschafft hat sich in der Fashion-Szene einen Namen zu machen ist der britische Designer Lee Alexander MCQueen. MCQueen war dabei sowohl in der Haute Couture und Pret-a-porter-Szene, als auch in der evolutorischen Szene, extrem erfolgreich.
Besonders bekannt durch Aufwendige Kreationen (vgl. Bild), aber auch durch Hüfthosen und Totenkopfmotive die einen ganz eigenen Charme zwischen Morbidem, Düsterem und Poppigen verkörpern, eroberte MCQueen die Gunst derjenigen die über Erfolg und Misserfolg in der Modebranche entscheiden. Deutlich wird dies, wenn man sich den Werdegang des 2010 verstorbenen britischen Kult-Designer einmal genauer betrachtet...

Lee Alexander MC Queen Stationen auf dem Weg zum Erfolg im Einzelnen:

Bereits im Alter von 16 Jahren erlernt er das Schneiderhandwerk bei den Traditions-Schneidereien Anderson & Shepherd und Gieves & Hawkes in London, wo er sich der Herrenmode verschrieb.
cc-license Alexander_McQueen_Fall_2008_Collection Im Anschluss an diese fundierte Ausbildung folgte eine Stelle bei den Londoner Theater- und Kostümbildnern von Angels The Costumiers.

Es folgte eine Einstellung bei dem japanischen Designer Koji Tatsuno, wo er bis zum 20 Lebensjahr verblieb.

Daran anschließend zog es den Brieten für ein Jahr in die Modemetropole Mailand, wo er als Assistent bei Romeo Gigli werken durfte. Zurück in seiner Heimat studierte er am Central Saint Martins College of Art and Design in London. 1992 beendete er dieses Studium erfolgreich und durfte sich fortan mit dem Titel eines Masters of Arts schmücken.
Als er seine Kollektionen die ihm seinen Abschluss einbrachte im Rahmen einer Modenschau präsentierte lernte er Isabella Blow (Vogue-Stylistin) kennen, welche ihm auf einen Schlag die komplette Kollektion abkaufte und in der Folge zu einer guten Freundin und Fürsprecherin wurde. Später bezeichnet MCQueen die damalige einflussreiche Vogue Chef-Stylisten als Mentorin und Muse.

1993 erfolgte die Gründung des ersten eigenen Labels unter dem Namen alexandermcqueen, was einen neuen Lebensabschnitt bedeuten sollte.

Angekommen auf dem Modeolymp sorgte Lee Alexander weiter für Furore mit seinen extravaganten, künstlerisch inszenierten und extrem aufwendigen Modenschauen, die seine Kollektionen perfekt ergänzten und in Szene zu setzen wussten. Unvergessen bleibt wohl sein Auftritt im Jahr 1995, wo er im Anschluss an eine seiner Shows, der versammelten Journalistenschaft seinen blanken Hintern zeigte.

Trotz dieser Eskapade (die nicht die einzige bleiben sollte) wurde er von der British Fashion Awards in den Jahren 1996, 1997, 2001 und 2003 mit der Auszeichnung British Designer of the Year geehrt.
Im Jahr 1997 tritt der nun mit Auszeichnungen hoch Dekorierte, die Nachfolge von John Galliano, der zu Dior wechselte, bei Givenchy an, mit dem klaren Auftrag das Label zu verjüngen.
Anhaltende Streitigkeiten mit der LVMH-Chefetage, zu welcher das Label Givenchy zählt, führten dann im Jahr 2000 zur Beendigung des Engagements.

In der Folge arbeitete er als Designer seines eigenen Labels, welches er im Laufe der Zeit zu 51 % an die Gucci-Gruppe verkaufte, womit er Teil des französischen Luxusgüter-Konzerns PPR wurde, zu der neben alexandermcqueen auch Labels wie Sergio Rossi, Stella MCCartney und Volcom gehören.
cc-license: flickr.com/photos/thesmartstylist/ TheSmartStylist.comNoch im selben Jahr heiratet er den bekannten Dokumentarfilmer George Forsyth auf Ibiza. Allerdings endete die Ehe bereits nach einem Jahr, was erst zu einem Rosenkrieg, später aber dann zu einer guten Freundschaft führen sollte...

2002 eröffnet er seinen ersten Label-Store in New York und versuchte sich an seiner ersten Herrenkollektion die einschlug wie eine Bombe und neue Maßstäbe setzte. 2003 folgten Geschäfte in London, Mailand sowie Los Angeles.

Es folgten viel freie Projekte in Form von Kooperationen und Auftragsarbeiter für berühmte Künstler wie Lady Gaga (unvergessen  die „Armadillo- Stiefel" die diese im Jahr 2010 bei den MTV VMA trug), Madonna und Co.

Trauriger Schlusspunkt unter sein Leben sollte der Selbstmord am 11. Februar 2010 in seiner Bleibe in Mayfair werden. Erst verabreichte er sich einen Drogencocktail und im Anschluss erhängte er sich. Grund waren wohl Depressionen an denen der Stardesigner seit langem litt. Als direkte und somit handlungsauslösende Ursache kann aber wohl der Tod der Mutter gesehen werden, die erst einen Tag zuvor, am 10 Februar 2010 zu Grabe getragen wurde.

Alles in Allem ein bewegendes Leben in dem es lange Zeit nur steil bergauf und dem Erfolg entgegen ging, bis die doch viele sehr überraschende Nachricht seines Selbstmordes verbreitet wurde. Obwohl MCQueen alles erreicht hat was es in der Modebranche zu erreichen gibt, fand er scheinbar sein ganz persönliches Glück nie. In den Erinnerungen aller Fashion-Victims und Modeverrückten bleibt MCQueen aber einer der ganz großen der Szene die wohl nie vergessen werden. Durch sein oftmals konfrontatives Auftreten, seiner extravaganten Persönlichkeit sowie nicht zuletzt durch seine großartige Mode und seinen Kollektionen die ein ums andere Mal Maßstäbe setzte, prägte MCQueen die Modeindustrie um den Millenniums-Wechsel entscheidend mit und bleibt auch aufgrund dessen unvergessen.

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